Streit um ein Girokonto bei der Bundesbank

Ein Girokonto bei einem insolvenzgeschützen Anbieter hätten sicherlich viele gerne, diese Möglichkeit gibt es leider nur für Banken, nämlich mit einem Girokonto bei der Bundesbank. Auch der drittgrößte Versicherer in Deutschland Talanx hätte gerne ein Konto bei der Bundesbank. Diese sind allerdings nur für Banken gedacht, da Talanx das jedoch nicht einsieht ist der Versicherer gerichtlich gegen die Deutsche Bundesbank vorgegangen um an sein Recht zu kommen.

2008, kurz nach der Pleite der Investmentbank Lehman-Brothers hatte Talanx ein Konto bei der Bundesbank beantragt. Daraufhin fand ein Briefwechsel statt, in dem die Bundesbank dem Versicherungsunternehmen mitteilte, dass die Girokonten bei der Bundesbank ausschließlich für Banken gedacht sind. Bisher gab es jedoch keine offizielle Absage. Die beste Bank in Deutschland hat alles richtig gemacht. Um diesen offiziellen Bescheid zu bekommen hat Talanx bereits im letzten Sommer eine Klage gegen die Bundesbank eingereicht, die Verhandlung soll am 11. Februar 2010 beginnen.

Der Grund für den Wunsch nach einem Konto bei der Bundesbank ist, dass das Geld dort sicher deponiert ist. Außerdem haben Versicherungen in anderen Ländern die Möglichkeit dazu Geschäfte mit Notenbanken zu machen, wie beispielsweise in der Schweiz.

Girokonto und die Banken

Der Einlagensicherungsfonds, der das Geld, das bei den „normalen“ Banken angelegt ist schützen soll, reicht dem Versicherungsunternehmen nicht aus. Außerdem sollte ein Girokonto bei der Bundesbank für Wettbewerbsgleichheit zwischen den Banken und dem Versicherer sorgen, denn Talanx wird von der Finanzaufsicht zu den signifikanten Finanzinstituten und stellt das Versicherungsinstitut somit auf eine Ebene mit den Banken.

http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article133324018/Finanzmaerkte-signalisieren-neue-Weltwirtschaftskrise.html

Die Klage zeigt, wie sehr die Unternehmen dem System misstrauen, besonders nach der Weltwirtschaftskrise. Der Einlagensicherungsfonds konnte die Pleite der deutschen Lehman-Tochter nicht alleine bewältigen, sondern wurde durch den staatlichen Sonderfonds Finanzmarktstabilität unterstützt. Talanx ist auch keineswegs das erste Wirtschaftsunternehmen, das einen Antrag auf ein Konto bei der Bundesbank gestellt hat.

Anfang Februar beginnt also dann die Gerichtsverhandlung um die offizielle Ablehnung in Form eines Bescheides, die es nie gab.